MÜNCHNER KULTUR

Kindertheater, nicht im Sinne von Theater für Kinder, sondern ganz im Gegenteil, Kindertheater für Erwachsene gab es am Wochenende auf dem Spielart-Festival zu sehen. Der englische Performance-Künstler Tim Etchells erarbeitete mit 16 belgischen Kindern im Alter von acht bis 14 ein Stück, das sich eindringlich und nachhaltig mit der Bevormundung durch Autoritäten beschäftigt.

Gestern ist das Internationale Filmfest der Filmhochschulen in München zu Ende gegangen. Wie in jedem Jahr konnte man Kurzfilme sehen, die einen staunen ließen, weinen, wundern oder ratlos zurück.

Milan Filmhochschule München


Als bester Film wurde am Samstag "Now Everybody seems to be happy" von Gonzalo Tobal von der Universidad del Cine in Buenos Aires ausgezeichnet. In der Begründung heißt es:

Sie ist unter uns, die Lust nach Ruhe, nach geordneten Verhältnissen, Regelmäßigkeit, Reinheit. Josse de Pauws "RUHE" (erarbeitet mit dem Muziektheater Transparent und dem Collegium Vocale Gent) kollagiert schauspielerisch anspruchsvolle Monologe mit Schubertliedern wie "Ruhe, schönstes Glück der Erde", "Wein und Liebe" oder "Die Nacht". Vorgetragen werden diese Lieder mit einer musikalischen Perfektion, die der Hörerin die Tränen in die Augen treten lässt.

Seit einigen Tagen steht in München bereits das Buch im Zentrum des Interesses. Zum einen weil bald Weihnachten ist, und die ersten beginnen zu überlegen, welches Werk sie wem am 24. Dezember schenken sollen. Zum anderen weil in München mal wieder Bücherschau ist.

Marilyn Monroe nackt am Pool, mehr muss man nicht schreiben, um bei vielen Menschen Begeisterung und Staunen auszulösen. Doch diese Begeisterung, wird noch potenziert, wenn man Marilyn am Pool nicht mit eigenen Augen sieht, sondern durch die Linse der Kamera von Lawrence Stiller.

Generationenübergreifend präsentiert sich das Spielart-Festival mit dem Stück „Der Räuber Hotzenplotz“ von der Hamburger Performance-Truppe Showcase Beat Le Mot. Jedes Kind kennt sie, die Geschichte vom bösen Räuber Hotzenplotz. Deshalb ist es an der Zeit, den Kindern und Erwachsenen auch einmal einen anderen Zugang zu diesem Klassiker der Kinderliteratur zu ermöglichen.

Muenchenblogger war am Eröffnungsabend auf dem Spielart Theaterfestival und hat sich dem Plasma Projekt 6 mit dem Titel "Delirium" gewidmet:


Sechs Personen, Nachtgestalten, an einer runden Bar. Ein in gewissen Abständen auf den Bartresen projizierter Countdown läuft unausweichlich gen Null. Die Zeit der Akteure ist begrenzt. Nicht nur die Zeit auf der Bühne, wie im Verlauf der Performance überdeutlich wird – auch die Zeit an sich.

Abgrenzung und Anders-Sein als politisches Statement thematisiert die sehenswerte Ausstellung „Oh Girl, It's a Boy“ im Münchner Kunstverein. Anno dazumal war dies ein probates Mittel für queere und feministische Gegenwartskünstler, um sich schlagkräftig und effizient in einer patriarchalisch-homophoben Gesellschaft zu positionieren. Der Titel der aktuellen Sammlung spielt auf die viel beachtete Ausstellung „Oh Boy, It's a Girl“ an, die bereits vor 13 Jahren im Kunstverein die normative und performative Natur der Geschlechteridentitäten wegbereitend verhandelte.

Die internationale freie Theater- und Performanceszene zeigt vom 15. November bis 1. Dezember im Rahmen des siebten Spielart-Festivals, dass es auch anders geht in München. 28 Theater-, Musik- und Videoprojekte positionieren sich jenseits etablierter Strömungen und Sehgewohnheiten und sprechen ein neugieriges Publikum an, das sich traut aus den Fußstapfen des Altbekannten zu treten, um neue Theaterdimensionen zu ergründen.

Lars von Trier, Nick Park, Caroline Link und jüngst Cristian Mungiu - für viele Regisseure war das Internationale Festival der Filmhochschulen ein wichtiges Karrieresprungbrett. Vom 17. bis 24. November 2007 werden im Münchner Filmmuseum wieder die besten Studentenfilme von 39 jungen Filmemachern aus 20 Ländern gezeigt.

Filmhochschul-Festival München 2007

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