Stermann und Grissemann mit neuem Programm: Dirk Stermann im Interview

Darf man inzwischen Witze über Nazis machen? Christoph Grissemann und Dirk Stermann kennen darauf nur eine Antwort: unbedingt! In ihrem neuen Kabarettprogramm "Die Deutsche Kochschau" ziehen die beiden Satiriker und FM4-Ikonen alles durch den Kakao, was in letzter Zeit großes Medieninteresse hervorrief, und lesen aus ihrem neuen Buch "Debilenmilch" vor.

Vorab hat Muenchenblogger Herrn Stermann am Telefon in der Augsburger Tram gefragt: Geht das wirklich mit den Witzen über Nazis? Wie läuft's mit dem aktuellen Film "Immer nie am Meer"? Und war das Münchner Publikum immer und überall super?

MB: Kurz zum neuen Programm, "Die Deutsche Kochschau". Sind Witze über Nazis inzwischen okay oder gab es da auch ganz böse Kommentare?

Dirk Stermann: Naja, ich glaube, böse Kommentare gibt es ja nur von Rechten wahrscheinlich. Wenn man sich witzig drüber macht, ist das ja das Schlimmste für die. Aber von anderen böse Kommentare gab es nicht, nein.

MB: Was erwartet die Zuschauer im neuen Programm?

Dirk Stermann: Naja, die Kochschau selbst ist ja ganz kurz, die wird nur ungefähr zwei Minuten dauern. Das ganze Programm ist eingebettet in eine merkwürdige Geschichte einer schrecklichen furchtbaren Volkshochschule, wo wir einspringen müssen für jemanden, der krank geworden ist. Wir kommen dann erst zum zweiten Teil unseres eigenen Programms, weil solange überbrücken der Zwangslehrer und die Volkshochschulleiterin den Abend. Das ist das grobe Konzept.

MB: Werden Sie denn dann diesmal im Rahmen des Programms auch wieder etwas aus ihrem neuen Buch „Debilenmilch“ vorlesen wie das damals beim „Scheißabend für alle Beteiligten“ vor acht Jahren der Fall war?

Dirk Stermann: Ja, wir lesen kleine Auszüge aus dem Buch vor.

MB: Großes Thema seit letztem Donnerstag: „Immer nie am Meer“. Wie läuft es denn mit dem Film in Deutschland?

Dirk Stermann: Ich weiß es eigentlich nicht. Ich sollte heute angerufen werden von dem deutschen Verleih, aber ich bin noch nicht angerufen worden. Ich hab also keine Ahnung.

MB: Ich kenne auch das Buch „Immer nie am Meer“ von Ihnen und Herrn Grissemann. Buch und Film haben aber gar nichts miteinander zu tun, oder?

Dirk Stermann: Nein, gar nix. Es war einfach nur der Titel, weil uns fiel ums Verrecken kein Titel ein.

MB: Ja, also, der Titel ist ja auch der beste.

Dirk Stermann: Ja, die Moulinettes haben uns auch einmal gefragt, ob sie den Titel nehmen können, weil sie haben eben auch gesagt, sie tun sich so schwer mit Titel und Namen für Lieder. Deswegen gibt’s von den Moulinettes ja auch ein Lied, das heißt so. Und wir haben uns das bei dem Film gedacht: „Ja, dann scheiß drauf. Das Gefühl, das 'Immer nie am Meer' ausdrückt, passt ja auf den Film eigentlich auch."

MB: Gibt’s denn irgendwelche Erwartungen ans Münchner Publikum bezüglich des Live-Programms oder waren die Erfahrungen bisher immer super?

Dirk Stermann: Die waren nicht immer ganz super, aber schon auch. Irgendwann einmal waren wir – das war wohl ein Versehen – in der Georg-Elser-Halle und da waren damals etwa 30 Leute da. Das wäre schön, wenn das nicht nochmal so wäre. Weil das ist unangehnem: in einer riesigen Halle vor wenigen Leuten zu spielen. Aber ich glaube, dass es im Lustspielhaus schon anders ausschaut.

MB: Sie sind ja in München eigentlich schon auch bekannter, weil die Stadt ja noch im Empfangsgebiet von FM4 liegt, oder?

Dirk Stermann: Ja, schon. Doch, das ist schon so.

MB: Vielen Dank und viel Erfolg mit der "Deutschen Kochschau".

 

Stermann und Grissemann: Die Deutsche Kochschau. Lustspielhaus, Occamstr. 8. 11./12./13. Oktober 2007, 20: 30 Uhr. Karten für 20 € im VVK.

"Immer nie am Meer". Kinofilm, Österreich, 2007.

Kommentare

Sandra am Mo., 27.09.2010 - 10:53

Ich habe die deutsche Kochschau schon 2 Mal gesehen :) 2 Mal volles Haus, 2 Mal ein absoluter Lacher und 2 mal war es sicher zu wenig :)

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