Vom La Boheme zu Riviera - der Verfall der Türkenstraße

Passend zu unserer Reihe "Was von der Türkenstraße übrig blieb" heißt es auf Don Alphonsos Blog Rebellen ohne Markt über die Schließung des Traditionslokals La Boheme und die Eröffnung des Nobelitalieners Riviera:

Riviera, Tuerkenstrasse Muenchen

Das La Boheme war eine der Konstanten in der Maxvorstadt, und sein Verschwinden ist wie das Knacken einer zu dünnen Eisschicht unter dem Gewicht eines Unvorsichtigen - das Schwabing, das ich vor zwei Jahren noch als Heimat empfand, ist heute weitgehend verschwunden.

Und weiter:

Im neuen Lokal sind alle Tische und Stühle gleich, es ist perfekt auf maximale Kundenzahl zugeschnitten, statt der Bilder gibt es die immer gleichen Lampen in der Wand, und für einen Moment fragt man sich, wie das wohl aussehen mag, wenn sie an der Wand sitzt und man sie nicht richtig anschauen kann, weil rechts und links von ihrem Gesicht das hässliche Licht der hellen Flecke den Raum verschmutzt. In diesem Lokal kann man sicher veritable Businesspläne entwerfen und über globale Strategien sprechen.

Riviera Bar Pizzeria
Türkenstraße 79
80799 München Schwabing
Tel.: (089) 28 777 15
www.bar-pizzeria-riviera.de

Mehr auf muenchenblogger:
Felix, der Neue aus der Türkenstraße

Kommentare

Um ganz exakt zu sein:

Georgenstrasse gerade Hausnummern und nördlich = Schwabing

Georgenstrasse ungerade Hausnummern und südlich = Maxvorstadt

Einer aus der Georgenstrasse (ungerade Hausnummer:-))

Über dieses Lokal habe ich mich allerdings auch schon gewundert. Eine Freundin fand für Kneipen mit diesem Einrichtungsstil mal den Begriff "Sokal".

Durch die Riesenkerzen vor der Tür wird das Ding auch nicht heimeliger. Und wo zum Teufel soll man in der Maxvorstadt nun um zwei Uhr Nachts in Olivenöl gebratene Gambas essen und dabei ein Potpouri aus unterschiedlichen Jugendstilmöbeln auf sich wirken lassen?

Als gäbe es nicht schon genug von diesen immergleichen Golfspielerlokalen. Bäh!

ja, ums la boheme ist es schade. Aber dieses ewige »früher war alles besser«-geheule ist auch nicht mehr anzuhören. gastronomie ist eine der demokratischsten einrichtungen, entweder man geht hin und lässt sein geld da, oder eben nicht.

und obacht, maxvorstadt ist nicht gleich schawbing.

Ein herrliches Zitat dazu von den phantsastischen Puppetmastaz:

"If there is a good bar we do everything to close it done -
Exactly and than we can talk about how great it was in the old days -
Yeah, yeah, we like to get sentimental."

Genau, Schwabing ist nördlich der Georgenstraße.

Dazu kann man nur wehmütig
"Shalom" sagen.

wären alle mal schön ins la boheme gegangen, hätte es auch nicht schließen müssen

Ich muss zugeben, ich kenne das "alte" la boheme nicht und stattdessen nur das "neue" Riviera.
Ich finde das neue Lokal aber nicht schlecht. Die Meinung über "häsliches" Licht teile ich keineswegs. Im Gegenteil - Ich finde das Restaurant sehr gut gelungen.
Natürlich ist alles recht modern gehalten - aber es wird ein guter Kompromiss gefunden zwischen der Strenge des Gesamteindrucks und den verspielten Details die z.B. bei den Tischen zu finden sind.
Abgesehen davon ist es aber natürlich richtig, dass sich hier auch sehr gut Businesspläne entwerfen lassen. Mein nächster Businesslunch ist deshalb im Riviera!

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