Stadtbibliotheken - automatisches Lesevergnügen

Stadtbibliothek Muenchen RueckgabeNach Videotheken beginnen nun auch die Bibliotheken auf ihr menschliches Personal zu verzichten. Als erstes in Europa wird in Münchens Stadtbibliotheken das gesamte Ausleihsystem auf Automatik umgestellt.

Die Leser können ihre Bücher, CDs, Videos oder Spiele an Ausleih- und Rückgabeterminals selber ausbuchen und wieder zurückgeben. Dadurch sollen 1,5 Millionen Euro gespart werden. Vielleicht sinkt ja der kürzlich gestiegene Jahresbeitrag dann wieder.

Gut für die Ausleiher: Kein Bibliotheksangestellter schimpft mehr beim Zurückgeben über Eselsohren und Kaffeeflecken. Und die Bibliotheken haben länger geöffnet.

Via: SZ

Kommentare

hike am Do., 12.01.2006 - 12:28

wo hast du denn das mit dem länger geöffnet her? so weit ich weiss aendert sich daran doch nichts (die verlaengerten rueckgabezeiten aussen vor gelassen), oder? zumindest steht eine arbeitnehmerfreundliche samstagsöffnung leider immer noch nicht zur debatte.

Dirk am Do., 12.01.2006 - 13:05

Und schlecht für die Angestellten: die können sich jetzt mal auf die schnelle mit dem deutsche Sozialstaat vertraut machen.
Ist halt die Frage was im ganzen billiger ist: die Umrüstung auf Automatik und das Blechen fürs ALG der ehem. Mitarbeiter oder eben die Weiterbeschäftigung.
Und was das "Schimpfen" angeht: was hast Du als künftiger Leser davon, wenn Du ein verflecktes Buch ausleihst?
Abgesehen davon fehlen in DE sowieso Jobs für niedriger Qualifizierte; wenn der Staat diese jetzt schon selbst abbaut, dann kann er ein Erhalten solcher Arbeitsplätze wohl kaum von Unternehmen fordern...

Abspannsitzenbleiber am Fr., 13.01.2006 - 11:22

Laut SZ-Artikel fallen deshalb bis 2009 29 Arbeitsplätze weg (per Fluktuation), keinem wird gekündigt. Auch nicht super, aber nicht so schlimm wie von Dirk dargestellt.

Gegen ein (milde) verflecktes Buch habe ich eigentlich nichts einzuwenden, solang es das Lesen nicht beeinträchtigt. Die Mitarbeiter im Gasteig sind da schon ungewöhnlich penibel, was das angeht.