Judas Priest im Zenith

Abschied ist eine krachende Kettensäge

Judas Priest sind auf Abschiedstour: Beim Konzert im Zenith zeigen die Briten noch einmal, warum sie zu Recht Metalgötter genannt werden.

Abschied ist ein scharfes Schwert, sang einst Roger Whittaker. Beim Konzert von Judas Priest am Montagabend im Zenith müsste es jedoch eher heißen: Abschied ist eine krachende Kettensäge. Die Metallegende aus Birmingham ist zu ihrem letzten Konzert in München angetreten. Denn - so haben sie zumindest verkündet - die "Epitaph"-Welttournee, bennant nach einem Denkmal für Verstorbene, soll die letzte der Band sein.

Und so sieht man gegen Ende des Konzertes einige langhaarige Männer in Rockerkluft, die die Tränen nicht zurückhalten können. Zu Recht! Denn der Rockgeschichte wird so einiges fehlen ohne Live-Auftritte von Judas Priest.

Sänger Rob Halford steht breitbeinig in Leder- und Nietenkluft am Bühnenrand und starrt ins Publikum. Der Bauch ist unbedeckt, seine zahlreichen Tatoos sind zu sehen.

Dann singt der 59-Jährige "Turbo Lover" - die Stimme immer noch so gewaltig und hoch, dass man denken könnte, der beste Metalsänger aller Zeiten singt Playback.

Dicke Ketten hängen von der Bühne. Immer wieder steigen Flammen und Rauch empor, die Lichter der Lasershow zucken über die Köpfe der Zuschauer.

Seit vier Jahrzehnten prägen Judas Priest den Metal, mehr als 50 Millionen Platten haben sie verkauft, ihre 1980 erschienene Platte "British Steel" gilt als Meilenstein der Metalgeschichte. Natürlich ist das Konzert ausverkauft.

Die Fans tragen die Tour-Shirts der vergangenen Jahrzehnte, im Bühnenhintergrund werden die Plattencover von Judas Priest eingeblendet.

Nur leider lässt die Akustik im Zenith mal wieder zu wünschen übrig, oft kommt nur ein matschiger, lauter Brei beim Publikum an. Doch egal! Ob "Painkiller", "You've Got Another Thing Coming", "Hell Bent für Leather" oder natürlich "Breaking the Law" - sämtliche "Best of"-Kracher werden gespielt. Am Ende heißt es: "Living after midnight, rockin' to the dawn, Lovin' 'til the morning, then I'm gone." Wie schade!

Kommentare

...nicht nur langhaarige Männer haben Tränen der Wehmut und Trauer vergossen - mich hat Judas Priest auf über 2/3 meines Lebensweges begleitet, mich getröstet, aufgebaut und mir Mut gemacht .... da musste also auch eine langhaarige Frau weinen :-(

Tja, die Götter des Metal haben sich auf ihren Olymp zurückgezogen - und unsereins bleibt nur "united we stand" ...against Castingmutanten und seelenlosen Pop !

Aber es sind doch nicht die einzigartigen Götter am Olymp. Es gibt doch Weiterentwicklungen innerhalb der Musik. Oder? But Gemeinsam wir stehen zusammen oder so ;-)

Dieter Bohlen mag wohl recht haben ...der Olymp bietet auch den göttlichen Wesen anderen musikalischer Imperien ein Refugium :-)

Und wir alle wissen um die Synergieeffekte in der Musik ....

Halford ist 66, nicht 58. Respekt für den Auftritt, die Hitze war selbst als Zuschauer nicht einfach zu ertragen.

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