Der Flohzirkus auf dem Oktoberfest - es gibt ihn wirklich

Neulich war ich auf dem Oktoberfest. Nicht wegen Broiler und Bier, sondern weil es da einen Flohzirkus gibt. Seit 50 Jahren schon treten die kleinen Artisten auf der Wiesn auf, die Familie Mathes kann auf eine insgesamt 150-jährige Flohzirkus-Tradition zurückblicken.

Flohzirkus

Ich musste lange suchen und habe viele Schausteller nach der Manege gefragt. Keiner wusste mir zu helfen. Nun ja, dachte ich, ein Flohzirkus ist bestimmt winzig klein, vielleicht so groß wie ein Schuhkarton, den finde ich nie. Doch schließlich stellte sich heraus, dass der Flohzirkus in einem richtigen Schaustellerwagen untergebracht ist. Vier Euro muss man für die Show bezahlen, Studenten Drei. Zum Glück hatte ich meinen Studentenausweis dabei, denn außer der Standmiete haben die Mathes wohl kaum Kosten. Die Flöhe holen sie sich aus dem Zoo, sie füttern sie mit ihrem eigenen Blut. Dazu setzten sie die Kleinen eine Stunde auf ihren Arm und lassen sie Blut saugen.

Als sich endlich die Tür zu Manege öffnete, drängten sich etwa 20 Leute hinein, in der ersten Reihe saßen fünf faszinierte Kinder. Der Dompteur war ein waschechter Bazi, etwa 25 Jahre alt. Ich komme aus dem Norden und habe ihn kaum verstanden, so streng hat er gebayert. Auf einer etwa einen halben quadratmeter großen Platte ist eine Mini-Landschaft auf gebaut. Doch das ist nur Deko. Die Show findet auf einer kleinen weißen Fläche statt. Zuerst reichte der Bazi einen Floh am Draht und eine Lupe herum. Der Floh hing in einer kleinen Drahtöse eingeklemmt und zappelte mit den Beinchen. In hochdeutsch übersetzt sagte der Dompteur: "Wenn er nicht mehr strampelt, einfach anpusten!". Dann das erste Kunststück: Ein Floh (es sind alles Weibchen, weil die größer sind) wurde vor ein kleines Karussel gespannt und versuchte zu fliehen – das Karusell drehte sich. Eher schlecht als recht, der Floh sei noch zu träge von der letzten Fütterung, sagte der Dompteur, pustete auf den Floh, sagte es wieder, pustete, sagte es wieder.

Foto Flohzirkus Oktoberfest Wiesn

Einen anderer Floh war in seinem Drahtkorsett auf eine alte Schachfigur gesteckt, die der Dompteur als Griff benutzte. Damit ging er auf ein Minifußballfeld mit Minitor und hielt den Floh, genannt Theobald (ist wohl eine Transe, das Flohweibchen) an ein kleines Bällchen. Theobald griff instinktiv nach dem Bällchen, weil er sich über den "Boden" unter seinen verzweifelt strampelnden Füschen freute. Von diesem "Boden" wollte er davonspringen, doch dummerweise war er es der fixiert war und nicht der "Boden". Und so sauste das Bällchen in Richtung Minitor. Daneben. Theobald, das alte Insekt, hatte nicht genug geistige Kapazitäten, ja nicht einmal ein Gehirn, um zu schnallen, dass die Nummer mit dem Bällchen eine Riesen-Verarsche ist. Und so strampelte er sich fleißig ab, bis er nach fünf Versuchen endlich und zufällig das Tor traf.

Die letzte Nummer: Drei Flöhe waren vor Minikutschen gespannt und rackerten sich ab, die Kutschen bewegten sich. "So, und nun noch viel Spaß auf der Wiesn", sagte der Dompeur nach der 10-minütigen Show und packte Theobald und die anderen Flohfrauen – noch im Drahtkosett – in eine Schublade. Die Kinder waren begeistert. Bei den Erwachsenen hielt sich das Staunen in Grenzen. Drei Besoffene von ihnen sind schon nach der Hälfte der Vorstellung zurück ins Bierzelt gegangen.

Kommentare

broiler, ich glaub ich werd nimmer.... münchen und broiler auf der wiesn? manches geht einfach nicht.

Ja, bitte änderts des SOFORT!

Was ist denn bitte überhaupt ein "Broiler"???

Ach, wenn der Autor, wie er sagt, aus dem Norden ist, kann er doch gerne Broiler schreiben, was soll er denn sagen, "Hendl" ist aus dem Mund eines Nordlichts doch nur peinlich und "Brathähnchen" auch nicht besser als Broiler. Aber wenn ich wieder in Hamburg bin, möcht ich kein Gelächter hören, wenn ich nach einer Semmel frage, das des klar ist!
Und die Flöhe: ist vielleicht eher eine ästhetische als eine moralische Frage, aber komisch, dass wirbellose Tiere nicht unter das Tierschutzgesetz fallen, das solche Späßchen verbieten würde...

Ne, kann er nicht. Auf keinen Fall kann er Broiler schreiben. Oder siehst du hier irgendwo den Mund von dem Nordlicht, cohu? Genau! Die Seite heißt Münchenblogger und wenn hier einer von Broiler auf der Wiesn schreibt ist das einfach peinlich. Ganz egal woher der ist. In der SZ z.B. würdest Du auch nie "Broiler" lesen...

Dreckert's Preiss'npack! ;)

Ich seh schon: keine Integration ohne Assimilation, wenn auch nur sprachlich. Beckstein wäre stolz auf Euch ;-)

Beckstein? Der alte Frangge!

Serwas... an alle Touris auf der Wies`s.

Der Preissnzipfe hat wohl nicht richtig aufgepasst im Flohcircus! Die Show ist echt super, muss man unbedingt gesehen haben!

Oh je! Ihr seid wirklich zu bedauern, wenn Ihr kein Deutsch versteht! Statt dass Ihr euch freut, wenn jemand über ein nettes Erlebnis auf Eurer Wiesn schreibt, mault Ihr über Worte rum, die Ihr nicht begreift. Also, seid künftig etwas freundlicher zu Euren Gästen, oder habt Ihr Euer Hirn auf der Wiesn weggesoffen?

Habe den Flohzirkus gerade im Fernsehen gesehen und bin beim Googeln auf diese, leider schon ältere Seite gestoßen. Wie tief kann man eigentlich sinken um mit so einem Scheiß sein Geld zu verdienen. Ich bin froh keinen Floh zu sehen und hoffe mein Hund bleibt auf ewig Flohfrei auch mit Hilfe Flohtötender Mittel trotzdem finde ich, dass es einen Flohzirkus nicht geben dürfte. Sind die Viecher auch noch so klein und lästig, aber Geld mit Tierquälerei zu verdienen ist einfach zum Kotzen. Ich hoffe, dass das jeder verstanden hat egal ob er Hänchen, Broiler, Händl oder sonst was zu sich nimmt.
Antje

Flohzirkus Birk ist der einzige und letzte Flohcirkus in Europa der mit lebendigen dressierten Flöhen arbeitet. Früher gab es auf fast jedem Jahrmarkt, Stadt- oder Hafenfest einen Flohzirkus. Wir freuen uns über einen Besuch beim nächsten Oktoberfest. Neuigkeiten gibt es aber schon jetzt auf www.flohcirkus.de

Da irren Sie sich aber Herr Birk, und ich werfe ihnen natürlich nicht vor hier unwahre Werbung zu machen, aber Sie haben jawohl den bekanntesten Flohzirkus Deutschlands, nämlich den des Herrn Assmann vergessen.
Aber natürlich war der Hinweis auf den Flohzirkus Birk rein zufällig und vermutete Zusammenhänge zwischen ihnen, der erfundenen Tatsache des "einzigen und letzten" Flohzirkus Europas und ihrem Usernamen unbeabsichtigt ;)

An den Rest der ausländischen Deutschen hier:
Meinetwegen können wir gerne zwischen Baziland un dem Rest Deutschlands eine Mauer ziehen.
Ist meist eh zum schämen, wie ihr euch darstellt.

Wir waren gestern in dem genannten Flohzirkus und alles spielt sich dort genau, wie oben beschrieben ab. Auf meine Frage an den "Dresseur" der Tiere, ob der arme Floh abends aus der Drahtschlinge befreit wird über Nacht, meinte dieser nur wegwerfend "Blöd müsst i sein!" ( so ein Floh verbringt - laut Ansage des Zohdirektors - also den kompletten Rest seines Lebens (ca ein ganzes Jahr!) eingeklemmt in eine Drahtschlinge... Egal wie klein, "schädlich" und "dumm" so ein armer Kerl ist, er tut mir einfach leid!

Nachtrag zu meinem Kommentar von gerade eben: ich weiß selber, dass man Zoodirektor mit zwei o schreibt... Aber es gibt hier im den Kommentaren Menschen, die sich an so was aufhängen, statt den Inhalt des Kommentars zu erfassen.

auch wir haben oben beschrieben Flohzirkus besucht. unglaublich, dass sowas im 21. jh noch erlaubt ist. egal wie groß oder klein...unpackbar. außerdem leben die Tierchen eh nur 4-5 Monate - lt Vorführtante - abartig

Habe alos vor lauter Entsetzen mit unzähligen Leute darüber gesprochen und erfahren, dass dieses sog Kutscheziehen auch nur mit Magneten etc. unter dem Tischchen passieren kann...also ist das Lug und Trug? nein, wohl eher Täuschung...

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