Diskriminierung im Nachtleben

Club vor Gericht

Münchner Türsteher verweigerten Personen mit afrikanischer oder türkischer Herkunft den Zutritt, während die deutscher Herkunft hineindurften: Deswegen müssen sich nun die Clubs vor Gericht verantworten.

Von Mittwoch an steht ein Münchner Club vor Gericht, fünf weitere folgen. Der Grund: Im Auftrag des Ausländerbeirats München besuchte sieben Personen unterschiedlicher Herkunft im April 2013 25 Clubs in München. Die Menschen deutscher Herkunft durften überall rein, den Personen afrikanischer und türkischer Herkunft wurde der Eintritt in fast jedem Club verwehrt.

Hamado Dipama, Mitglied des Ausländerbeirats München sowie des Sprecherrats des Bayerischen Flüchtlingsrats, war an jenem Abend dabei - und hat nun gegen Diskotheken rechtliche Schritte eingeleitet.

"Der Test hat bestätigt, was ich und viele Menschen bereits jahrelang erfahren mussten: Rassismus ist im Münchner Nachtleben ein riesiges Problem", kommentiert Hamado Dipama in einer Pressemitteilung. "Es kann nicht sein, dass eine große Zahl der MünchnerInnen hier vom öffentlichen Leben ausgeschlossen wird! Mit der Klage möchten wir erreichen, dass Alltagsrassismus endlich thematisiert und bekämpft wird!"

Nach der Testaktion waren Schlichtungsverfahren initiiert worden. Ein Club verpflichtete sein Personal zu einer Antidiskriminierungsschulung, zwei weitere ließen sich auf Gespräche ein. Sieben Clubs allerdings weigerten sich, an einem Schlichtungsverfahren teilnzunehmen. Sechs werden nun vor Gericht verhandelt.

Der Prozess beginnt am 30. April um 9 Uhr im Amtsgericht in der Pacellistraße. Die Verhandlungstermine sind: 30.04., 05.05., 09.05., 21.05., 27.06., die sechste Verhandlung ist noch nicht terminiert.

Kommentare

Felix am Di., 29.04.2014 - 22:11

Richtig so! Man beobachtet das ständig. Ich habe weiße Haut, habe also keine Probleme. Mich kotzt das jedoch immer richtig an, wenn ich das beobachten muss.

Hannes am Mi., 30.04.2014 - 15:17

Evtl. sollte man konsequent veröffentlichen, wenn man mal Zeuge von einer solchen Aktion geworden ist, und v.a. vor welchem Club. Sollte ein Club vermehrt durch solche Aktionen auffallen, hätte das sicherlich Einfluss auf mein Nachtlebenverhalten.

Ich selbst habe das in München noch nicht mitbekommen, bislang bin ich nur Zeuge von Trachtendiskriminierung geworden.

Rolf am Do., 01.05.2014 - 00:37

Wenn ich mit meinen 11 Freunden von den Hell's Angels clubben gehen will, sind auch alle an der Türe immer so abweisend.
Kann man da irgendwo klagen?
Das ist sicher eine Bart-Träger Diskriminierung!

mao am Do., 01.05.2014 - 10:33

hmm, probleme gibt's da sicherlich (für männer... ) - aber was konkret soll da ein gericht entscheiden?

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