Den Kaiser gedeckt - Job verloren

Hartes Urteil in der "Knöllchen-Affäre"

Die Berufung eines Erdinger Kriminaloberkommissars gegen seine Suspendierung wurde am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof zurückgewiesen. Zusammen mit einem Kollegen hatte er im Juni 2005 eine Verkehrssünde von Franz Beckenbauer vertuscht.

Auf dem Fußballplatz war der Kaiser schnell und schwer zu decken - im normalen Leben auch. Im Straßenverkehr hat es der vielbeschäftigte Franz Beckenbauer manchmal besonders eilig und so kommt es schon mal vor, dass die Lichtgestalt des deutschen Fußballs mit beinahe Lichtgeschwindigkeit (74 km/h) durch die Tempo-30-Zone braust.

Neben 250 Euro Busgeld wäre die Folge ein einmonatiges Fahrverbot gewesen. Und das ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft! Sollte der Kaiser die WM etwa per Linienbus organisieren oder gar mit dem Fahrrad von Konferenz zu Konferenz radeln? Wo es ihm doch eh schon immer so pressiert!?

Das dachten sich wohl auch die beiden Polizisten und der KVR-Beamte, die die Temposünde des Kaisers aus dem Verkehrscomputer tilgten. Leider flog der Schwindel auf, weil der fotogene Herr Beckenbauer auf einem Blitzfoto im KVR auftauchte.

Die WM war gerettet, doch die Beamten verloren ihren Job, da half auch kein spätes Bereuen. Das harte Urteil begründete das Gericht unter anderem auch mit der Prominenz des Begünstigten. Deshalb obacht: Augen auf bei Promis in Not! Das kann böse enden.

Beckenbauer selbst wurde für seine Geschwindigkeitsüberschreitung übrigens nicht mehr bestraft, der Fall war nach einigen Monaten bereits verjährt.

Kommentare

Stadtneurotiker am Do., 06.03.2008 - 13:56

Der Franz hat frühzeitig daraus gelernt: ein Jahr später ist er nur geflogen...

Zico am Fr., 07.03.2008 - 08:47

Uncoole Aktion von den Richtern!
Wär will schon den Kaiser verknacken.
Macht man nicht.

Zico am Fr., 07.03.2008 - 08:48

Wohl noch zu früh am morgen wär = wer :-)
(hätte dem Franz auch passieren können...)