Ende der Sommerpartys?
Die Mitglieder des Bezirksausschusses diskutierten vergangene Woche mal wieder darüber, ob eine neue Regelung für den Gärtnerplatz her muss, die zum Beispiel Alkohol verbietet.
Die meisten Politiker des Bezirksausschusses sind dabei auf der Seite der Anwohner, die sich durch das nächtliche Treiben in ihrer Ruhe gestört fühlen. Die CSU fordert die Befriedung des Platzes, manche erwägen sogar eine Einzäunung des Geländes oder Videoüberwachung. Eine weitere Überlegung ist nun, Alkohol auf dem Platz zu verbieten.
Die Grüne Jugend München findet dagegen, dass es den Anwohnern zumutbar sei, am Wochenende oder vor Feiertagen bis 3 Uhr Feiernde vor der Haustür zu haben. Schließlich hätten die Bewohner sich bewusst entschieden, am Gärtnerplatz zu wohnen.
Weiter heißt es von Seiten der Grünen Jugend: "Die neue Gärtnerplatzsatzung: Feiern mit Alkohol muss zumindest vor Feiertagen und am Wochenende auch nach 24 Uhr erlaubt sein." Jakob Hahn, Vorsitzender der Grünen Jugend München, meint: "Gerade im Sommer wird es am Wochenende um 24 Uhr erst lustig."
Kommentare
Es gibt allerdings einige
Es gibt allerdings einige Menschen, die schon am Gärtnerplatz oder auch im Glockenbachviertel gewohnt haben, bevor die Gegend zum hippen Ausgehviertel mutiert ist.
Nachts laufen auch bei mir oft gröhlende Besoffene vorbei und es liegen überall Glasscherben und Kippen herum. Ich überlege mir, das Viertel zu verlassen wegen der zunehmenden Verschlechterung der Lebensqualität durch die Party-Leute...
Ich frage mich aber, ob das wirklich so sein muss und nicht auch die Feier-Leute Rücksicht auf die Anwohner nehmen können ...
Weit mehr als 10 Jahre ist
Weit mehr als 10 Jahre ist das Gärtnerplatzviertel mein Zuhause. Nun wohne ich in der Klenzestrasse und damit in unmittelbarer Nähe und fühle mich überhaupt nicht gestört, ganz im Gegenteil. Der Sommer, es sitzen die Lady's auf der Wiese und schmücken die Stufen des Gärtnerplatztheaters, was will Mann mehr!
Wird scho' wern', sagt d'Frau Kern ... und bald ist Schwabing wieder "IN", oder auch nicht ;)
Habe seit 2000 die
Habe seit 2000 die Entwicklung des Viertels inkl. Gärtnerplatz miterlebt. Das Feiern ist rücksichtslos geworden (Isar, Gärtnerplatz). Dass Leute lange draußen sitzen in lauen Nächten, gehört zum Sommer in der Stadt und macht das Viertel auch aus. Dazu gehört aber nicht zwangsweise, dass manche Straßen und Plätze danach ausschauen wie eine Müllhalde und es laut sein muss.
Die Party-Fetischisten sollen sich doch einfach mal vorstellen, wie das ist, wenn vor ihrer Wohnung was läuft, was sie uncool finden und stört. z.B. eine Baustelle. Da sind sie doch auch froh, dass es Bestimmungen gibt (Lärm- und Staubschutz), die das Miteinander regelt und sie nicht wegziehen müssen, weil auch nachts gebaut wird. Lärmempfinden ist halt relativ. Den, der Lärm verursacht, stört er meistens am wenigsten. Und der Dreck, den man anderen zurücklässt, genauso wenig. Wie billig, den Anwohnern den schwarzen Peter zuzuschieben.
Videokamera geht zu weit. Alkohol- sprich Flaschenverbot vielleicht nicht. Noch besser wäre aber eine Selbstverpflichtung der "Partyleute" zum "Ordnung halten" - mit Sanktionsmöglichkeit, wenns nicht klappt. Einmischen, wenns laut wird und nicht wegschauen wär auch gut. Schließlich sinds meistens nur ein paar, die rumspinnen und es übertreiben. Wär mal wieder Civilcourage gefragt...
boah, videokameras am
boah, videokameras am gärtnerplatz wären mal soo krass schlimm...
Ich wohne jetz seit 15
Ich wohne jetz seit 15 Jahren im Glockenbach und leise war es hier seit dem noch nie. Den ganzen Agentur Typen und Tussis, Die es vor 4 oder 5 jahren ultraschick fanden, für viel Geld ins ach so angesagte Trendviertel zu ziehen und die jetzt rumflennen weil sie nicht genug Schönheitsschlaf bekommen, sei angeraten nach Grünwald, Haidhausen oder Nymphenburg zu ziehen. Ach ja und wenn ihr schon abhaut dann nehmt doch bitte eure ganzen schicken shops und espresso bars wieder mit. Das würde vielleicht ein bisschen was vom früheren Glockenbach Charme zurückbringen. Ich kann schon verstehen das es manchmal nervt wenn um 5 uhr früh eine horde rotzbesoffener Bauernlümmel "Ein Bett im Kornfeld" gröhlend durch die Straßen zieht. Aber damit muss man wenn man in einer Metropole lebt doch klarkommen. Grade wenn man sich zum Wohnen das Stadtviertel mit der höchsten Kneipendichte aussucht.
Wenn man die Leute vom Gärtnerplatz vertreibt dann suchen sie sich halt den nächsten Platz. Alkoholverbot und Videoüberwachung sind keine Lösung. Rücksichtnahme und Toleranz von beiden Seiten wäre angebracht.
eben, münchen ist doch kein
eben, münchen ist doch kein dorf! achso, doch...
tja bei mir ziehen auch von zeit zu zeit gröhlend-euphorisierte pardypeople vorbei (glokkenbach), aber ich hab mich schon daran gewöhnt, vor allem, wenn ich daran denke, was man selber macht, wenn man die franziskanermaske aufsetzt...
Ich freu mich jedenfalls auf
Ich freu mich jedenfalls auf einen verregneten Sommer. Dann ist nämlich Schluss mit lustig und die Leute bleiben dem Gärtnerplatz fern und ich kann nachts wieder ruhig schlafen. Warum gehen die Leute nicht an die Isar zum Feiern? Ach, da könnte man vielleicht zu wenig Aufmerksamkeit bekommen...
"Urbanes Leben" finde ich auch super, aber nur wenn das natürlich gewachsen ist und nicht jeden Woche ein neues Cafe mit Kinderstühlen vor der Tür in unserem Viertel aufmacht. Brauchen wir hier diese unkreativen Leute, die sich ihr Konzept alle gegenseitig kopieren? Herzlich einfallslos das ganze und ziemlich nervig für alteingesessene Anwohner!
Immer der Ärger mit dieser Urbanität...