Wolpertinger

Der Wolpertinger ist ein bayerisches Fabelwesen. Volkstümliche Fabelwesen mit ähnlichen Eigenschaften gibt es auch in anderen Regionen, deren mythische Verwandtschaft mit dem Wolpertinger ungeklärt sind.

Etymologie

Es gibt zahlreiche Theorien über die Etymologie des Wolpertingers. Eine ist z. B., dass das Wort aus Namensteilen besteht: Woid (bairisch für Wald), Alpen, Erde und tinger (soviel wie Ding). Eine andere Theorie besagt, dass das Tier aus Wolpadingen im südlichen Schwarzwald stammt.

Weitere gängige Bezeichnungen:

- der Kreißl, (seit 1753, Brüder Grimm)
- "Hirschbockbirkfuchsauergams" Ludwig Ganghofer
- Wurzeltiger (Schreibweise allerdings amtlicherseits verneint)

Die bayrischen Namen des Wolpertingers können leicht variieren, je nach Dorf unterschiedlich kann er auch Wolperdinger, Woipertinger, Woiperdinger oder Volpertinger heißen.

Darstellungen

In bayrischen Wirtshäusern (oder Wirtshäusern anderer Bergregionen) werden oft präparierte Fälschungen ausgestellt. Es gibt in den besagten Gaststätten sehr unterschiedliche Meinungen, ob der Wolpertinger tatsächlich existiert.

Im Wolpertinger-Museum in Mittenwald oder im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum in München können einige Exemplare begutachtet werden. Durch Schautafeln werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse vermittelt. Auch wird hier versucht, eine Systematik in die verschiedenen Arten des Wolpertinger (Gemeiner Steßprotzerl, Oberpfälzer Rammeschucksn, etc.) zu bekommen.

"Jagd"

In vielen Berichten ist die Jagd nach dem Wolpertinger romantisch verklärt. Eine bekannte Jagdregel lautet: "Wolpertinger können von jungen, gutaussehenden, schneidigen Frauen nur dann gesichtet werden, wenn sie sich in der Abenddämmerung bei Vollmond der Begleitung eines rechten, zünftigen Mannsbildes anvertrauen, das die richtigen Stellen an abgelegenen Waldrändern kennt."

Andere Fabelwesen

Andere geographisch nahe verwandte Arten sind vermutlich der thüringische Rasselbock, der österreichische Raurackl sowie der schweizer Dilldapp. In Sachsen ist der Wolpertinger auch unter dem Namen "Ichneumon" oder "Ychneumon" bekannt.

Die Verwandtschaft zum mittel- bzw. norddeutschen Elwetritschen bzw. deren Population ist zur Zeit noch nicht nachgewiesen.

Literatur

Auch in der Literatur findet der Wolpertinger seinen Platz:

Walter Moers beschreibt in seinen Zamonien-Romanen Wolpertinger als hundeähnliche Wesen mit kleinen Geweihen. (siehe Zamonien)

- Schweiggert, Alfons (Verf.), Kaut, Angelika (Fotos): Und es gibt sie doch! Die Wahrheit über die Wolpertinger, Pfaffenhofen/Ilm: Ludwig, 1988, Broschiert, 56 Seiten, ISBN 3778733257
- Schweiggert, Alfons: Der Wolpertinger oder der gehörnte Hase. Eine ernsthafte Untersuchung eines bayerischen Phänomens, München, 1994.

Weitere Titel (nicht alle dem Autor bekannt):

- Mit dem Wolpertinger leben. Ein Verhaltensratgeber / M. Heim; H. Reiser
- Das endgültige Wolpertinger Handbuch / von Alfons Schweiggert
- Alles über den Wolpertinger oder Bayerns heimliches Wappentier ist unter uns / Alfons Schweiggert, (...)
- Schallweg: Der Wolpertinger
- Der Wolpertinger lebt. Warum die Bayern mehr Haare haben. Ein Beitrag zur Jagdkunde / Kirein, Peter
- Paul Schallweg: Der Wolpertinger. ISBN 3475527952
- Reginald Huber: Vom Adler bis zum Wolpertinger - Das bairische Bestiarium. Bayerland VA, ISBN 3892511888
- Michael Heim: Der Wolpertinger lebt. Lipp, ISBN B0000BRIVD
- Peter Kirein: Der Wolpertinger lebt. Lipp, ISBN 3874905012

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