Kleine Münchner Labelkunde #7: Hausmusik

Vom Label zur Teestube

Hausmusik war in den 90ern ein bekanntes Independant-Label in Deutschland. 2007 musste es Insolvenz anmelden. muenchenblogger sprach mit Wolfgang Petters über die Probleme kleiner Labels und Zukunftspläne.

Gründung:

Wolfgang Petters hatte schon lange den Wusch, selbst Platten zu veröffentlichen. 1991 setzte er diesen in die Tat um: In Landsberg gründete er "Hausmusik". Da er mit der Band "The Notwist" aus Weilheim befreundet war, hatte er gute Startvoraussetzungen. Es ging also ab in die Studios, die ersten Veröffentlichungen folgten.

2001 zog Hausmusik nach München und eröffnete dort einen Plattenladen. In den 2000ern ging es aber schon langsam mit dem Label bergab. Die Musik und die Veröffentlichungen waren natürlich immer noch qualitativ wertvoll, doch fanden sich immer weniger Abnehmer. Es kam sogar soweit, dass auch ältere Alben von den Händlern zurück ans Label geschickt wurden. Die Retouren häuften sich mehr und mehr, während sich die Musik in Tauschbörsen mindest genausoschnell verbreitete, wie Petters beklagt.

Diese Entwicklungen zwangen Petters dazu, 2007 Insolvenz anzumelden und das Label zu schließen.

Programm:

Damit verschwand wieder ein Label in der Musiklandschaft und es bleibt nur noch der Name bestehen. Dabei hatte Hausmusik viele Erfolge, unter anderem mit The Notwist, die auch international erfolgreich wurden.

Es wurden vor allem Bands in den Katalog mitaufgenommen, zu denen Petters persönlichen Kontakt hat. So kamen zu den internationalen Künstlern auch Smog und Sodastream dazu.

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Auch die Erfolgsgeschichte von Calexico begann bei Hausmusik

Eine weiter Erfolgsgeschichte ist das Debüt-Album von Calexico, das ebenfalls bei Hausmusik erschien. Calexico-Frontmann Joey Burns spielte in den 90ern bei einem Konzert mit Borrowed Tunes im Vorprogramm und fragte anschließend Petters, ob dieser bereit wäre, eine Single von Burns zu veröffentlichen. So kam eins aufs andere. Erst wurde das Tape mit ein paar Songs eingeschickt, und aus der geplanten Single wurde ein ganzes Album. Die Platte wurde nur mit "Spoke" betitelt. Als sie dann bei einem Konzert zum ersten Mal verkauft wurde, nannte sich die Band schon Calexico. Bei der ersten Auflage wurde der Bandname nirgendwo erwähnt, später wurde er noch hinzugefügt.

Hausmusik heute:

Nach der Insolvenz des Labels war es erst mal einige Zeit still um Petters. Doch schon bald eröffnete in der Pariser Straße eine Espressobar mit dem Namen Hausmunik. Dort können Kunden gemütlich Kaffee oder Tee trinken und nebenbei gute Musik hören. Ein Plattenladen ist in das Café integriert. Neben einer guten Auswahl an Platten findet man dort auch Bücher mit Bezug zur Popkultur und T-Shirts von Münchener Designern wie Fellherz, Umwerk oder Isar Shirt.

Auch Petters Kollege Heinz-Peter Lauf hat sich voll und ganz der Musik verschrieben. Doch für ihn sind Platten und CDs eher unbedeutend, es zählen mehr die Kassetten. Dies sieht man auch in der Dekoration des Ladens. An den Wänden hängen Kassettenrekorder, Gemälde aus Kassetten gebastelt und viele weitere Gegenstände, die mit der Kassette etwas zu tun haben.

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Kleine Münchner Labelkunde

Amadeus und Hanna von Flowerstreet Records. (Foto: muenchenblogger)
Heute kann man in der Espressobar gemütlich Kaffee trinken und in den Plattenregalen stöbern (Foto: hausmunik)
Dos Hermanos mit Andreas Staebler an den Drums (Foto: Hagen Keller)
Michael Reinboth gründete Compost vor 15 Jahren (Foto: Compost Records)
Tom Glagow in seinem Büro in Neuhausen (Foto: muenchenblogger)
Rock Around the Clock in Milbertshofen
Señor Burns aka Bernd Hofmann mit Red Can
Eva Mair-Holmes und Achim Bergmann (Foto: muenchenblogger)

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