Lothar Matthäus in München

Vom Stadion in die Buchhandlung

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus stellt am Freitagabend in einer Münchner Buchhandlung seine Biographie vor und plaudert über seine aktive Zeit und sein Privatleben.

Lothar Matthäus beim Signieren (Foto: muenchenblogger)

Lothar Matthäus beim Signieren (Foto: muenchenblogger)

Um Lothar Matthäus ist es seltsam still geworden. Gerade einmal einen Monat ist es her, dass seine Biographie "Ganz oder gar nicht" nicht erschienen ist. Sie verkauft sich gut, doch Bücher anderer Fußballer verkaufen sich besser. "Volle Pulle. Mein Doppelleben als Fußballprofi und Alkoholiker" von Uli Borowka zum Beispiel. Und auch der ehemalige DFB-Präsident sorgt mit seinem Abrechnungsbuch "Die Zwanziger Jahre" für mehr Aufregung.

Am Freitagabend hat Matthäus nun sein Buch in München vorgestellt - nicht im Volkstheater wie vor einem Jahr Philipp Lahm, sondern in der Buchhandlung Hugendubel am Stachus. Immerhin: Die Veranstaltung ist ausverkauft. Allerdings haben in dem Erdgeschoss nur um die 100 Stühle Platz.

Matthäus wird freundlich begrüßt, nur vereinzelt wird gekichert, wenn der Rekordnationalspieler sich einmal verhaspelt, der fränkische Dialekt allzu sehr durchkommt oder wenn er ungefragt auf sein bewegtes Privatleben zu sprechen kommt. Zum Beispiel, wenn er erzählt, welche Tipps ihm enge Freunde geben: "Heirate nicht immer so schnell, denk an dein Konto." Und daran würde er sich jetzt ja tatsächlich halten, beteuert der Rekordnationalspieler. Er habe schon mehrere Monate verstreichen lassen, ohne seiner aktuellen Freundin einen Antrag zu machen.

Gelesen wird an dem Abend in München nicht, stattdessen plaudert Matthäus mit Moderator Peter Großmann über seine aktive Zeit, über sein Privatleben und seine Trainerstationen. Und das ist durchaus interessant bzw. zumindest immer unterhaltsam.

Matthäus berichtet davon, wie er sich einst mit Andreas Brehme das Hotelzimmer teilte ("Ein Zimmer, keine Suite"), Brehme immer vor ihm einschlief, während er noch leise telefonierte.

Auch die Geschichte mit Diego Maradona und den Schuhen darf nicht fehlen. Beim Abschiedsspiel von Platini lieh der Deutsche dem Argentinier, der sein Paar daheim vergessen hatte, seine Turnschuhe. Danach gab Maradona sie zurück, Matthäus spielte noch zwei Jahre mit ihnen in der Nationalmannschaft. Kaputt gingen sie ausgerechnet im WM-Finale 1990 gegen Argentinien, in der Halbzeitpause musste Matthäuse seine Schuhe wechseln, den entscheidenden Elfmeter schoss deswegen jemand anderes.

Am Ende bildet sich eine lange Schlange von Menschen, die sich ein Buch signieren lassen wollen. Matthäus hat für jeden ein paar freundliche Worte parat. Es muss ja nicht immer ein volles Stadion sein, auch eine Buchhandlung genügt manchmal.

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