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13. Dezember 2009 - 12:46 Uhr

Erste Twitterlesung in München

Sternsinger und Kuschelsex

Kurzweilige Unterhaltung: Die erste Twitterlesung in München dreht sich um die besten Sitzplätze, schnelle Pointen und ungebetene Gäste auf der Bühne.

Woran erkennt man, ob man ein Nerd ist? Man fragt im Supermarkt, wo denn der Mozilla steht.

Auf der ersten Twitterlesung in München - am Samstagabend in der Niederlassung - ging es humorvoll zu. Deef Pirmasens und andere Twitterer aus ganz Deutschland haben die witzigsten, skurrilsten, tragischsten und philosophischsten Tweets zusammengetragen und in der bis zum letzten Stehplatz gefüllten Niederlassung vorgetragen.

Es ging um die Liebe, um Nerds, um Weihnachten oder um Politik. Es wurden Tweets vorgelesen wie: "Was kratzt mich Wasser auf dem Mond? Haben die dort freies W-Lan?" oder "Extrem abwegiges Verhalten ist meine Form des Widerstands. Ich nenne es "Protesk"." Oder einer hat nach dem guten Ergebnis für die FPD nach der Bundestagswahl getwittert: "Möllemann würde vor Freude springen." Oder: "Manchmal stell ich mir vor,wie gott an der tür klingelt,meine beine abschraubt und sagt:so wenig,wie du dich bewegst,nehm ich die wieder mit."

In der Pause enterten plötzlich zwei Jungs in Sternsingerkostüm die Bühne, sangen ein Weihnachtslied und sammelten danach Spenden. Die Zuschauer reagierten verwirrt. Das lag aber sicherlich nicht daran, dass der Songtext der beiden mehr als 140 Zeichen hatte.

Am Ende wurde der beste Offline-Tweet gekürt. Die Zuschauer konnten auf ein Papier, auf dem Platz für 140 Buchstaben war, einen Spruch notieren. Es gewann "Peate" mit "Sternsinger auf einer Twitterlesung, das ist wie Hardrock beim Kuschelsex."

Wenn Twitter-Pessimisten einem nach der Lesung nun vorbeten sollten, so eine Twitterlesung könne doch gar nicht funktionieren, kann man getrost antworten: "Unterhaltsam war es in jedem Fall."

Kommentare

Nach ihrem Auftritt waren allerdings die Sternsinger verwirrt, als sie zum ersten Mal einen Mann im Rock sahen.

...die Veranstaltung hat mir gezeigt, wie inhaltslos die Twitterei ist.

Vielleicht bin ich auch mit den falschen Erwartungen hin und dachte, dass es eine kreativere und vor allem interaktivere Veranstaltung wird. Offline "Best of Twitter" vorzulesen hat eine Unterhaltungswert, der an einen Abend mit Fips Asmussen erinnert, an dem er seine Standartwitze zum Besten gibt.

Abr wie oben schon geschrieben es hat einen gewissen Unterhaltungswert und die Marketingmenschen, die Web 2.0 preisen, haben sicherlich glaubhaft machen können, dass wir ohne diesen neuen Kommunikationskanal bald nicht mehr können!

Rülps!

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