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15. April 2007 - 14:26 Uhr
von Max Sterz

Kindergeburtstag mit Adam Coca Cola Green

Gerade mal ein dreiviertel Jahr ist es her, da beehrte Adam Green das Münchner Publikum mit einem von Radio NRJ gesponserten Gratis-Konzert in der Muffathalle. Während sich draußen ganz Fußball-Deutschland wegen des soeben verlorenen WM-Halbfinales gegen Italien die Tränen trocknete, torkelte drinnen ein vermutlich nicht ausschließlich vom Fußballrausch benebelter Adam Green über die Bühne und unterhielt die verbliebenen WM-Trauergäste mit einem amüsanten Konzert (Fotos vom Konzert im Juli gibt es in unserer Bildergalerie).

Adam Green Coca Cola Muffathalle

Auch gestern durfte man sich Herrn Green für lau anschauen, als Sponsor zeichnete diesmal der Coca-Cola-Konzern verantwortlich. Wer auf die drei Newcomer-Bands im Vorprogramm verzichtete, kam später nur noch tröpfchenweise in die volle Muffathalle: Einer raus, einer rein.

Draußen hatten es sich bereits einige Kommerzverweigerer mit Gitarre bequem gemacht, die statt brauner Brause lieber traditionellen Gerstensaft konsumierten und zu den Klängen von Guantanamera ihren Schlachtgesang "Wir trinken keine Coca Cola!" in Endlosschleife zum Besten gaben.

Durchaus ein interessantes Alternativprogramm zu dem, was sich in der Halle abspielte. Adam Green musste nach jedem zweiten Song vertragsgemäß selbstironisch an seiner Cola-Dose nippen, ansonsten spulte er sein Programm mit den üblichen Adam Green-Posen und Showeinlagen ab. Insgesamt wirkte das alles ziemlich "uninspiriert bis provinziell" - um hier mal einen berühmten Münchner Opern-Kritiker zu zitieren. Eintritt zahlen ist manchmal eine feine Sache.

Kommentare

und nur ein raum weiter im ampere erlebten so um die 200 menschen für stolze 19€ an der abendkasse etwas wunderschönes. etwas, dass jede minute und jeden cent wert war und ganz ohne cocacola und nicht mehr zurechnungsfähigen teens auskam. hanne huckelberg und ihre vier freunde aus oslo eben. die jungs hatten alle eine vollbart, die mädchen rote strumpfhosen. aus der dose kamen interessante töne, die hanne im lauf der letzten jahre in oslo und berlin gesammelt hatte. dazu gitarre, bass (die saiten wurden teilweise mit einem handventilator angeschlagen), xylophon, zitter, querflöte, tuba, klavier, schlagzeug, rasseln,akkordeon, wunderschön vollen stimmen und zuletzt auch ein fahrrad, dessen speichen zum sprechen erweckt wurden. jedes lied war ein klangteppich für sich irgendwo zwischen elektronischem,folk und jazz, die band hatte spaß am publikum und das publikum an der band. wann erlebt man es noch, dass sich eine band nach dem auftritt in einer reihe aufstellt, sich die hände gibt und sich dann auf kommando verbeugt? da der applaus nicht nachlassen wollte kamen wir in den genuss von zwei zugaben und nicht wenige investierten anschließend nochmal ein kleines vermögen in die beiden alben. so sieht für mich ein perfekter abend aus. ich bin dann noch kurz in die muffathalle gehuscht, hab mich einmal nach vorn durchgekämpft und einem halben lied des angeblich ja so antikommerzbehafteten green gelauscht. als ich dann die colaautomaten auf der bühne entdeckte war ich endgültig zur flucht gezwungen, um die schönen eindrücke des abends nicht zu schmälern. der arme adam hat vor lauter blick zum himmel ein wenig seine eigenen ideale verraten, denn antifolk war das nun wirklich nicht mehr. wir können nur hoffen, dass er noch nicht ganz dem mainstream verfallen ist. das wahre musikalische erlebnis spielte sich wie gesagt im ampere ab.

wow, das ist ja mal ein Kommentar von isabel hier oben...

tach jesagt!
isabel, du zahlst 19 € eintritt für einen abend bandmusik...
und an der tür des ampere hing ein schild "kommerzfrei"! coca cola fördert junge künstler mit dieser tour, geniale sache, der eintritt dieser veranstaltung, wie du richtig erkannt hast, ebenfalls kostenlos, ebenso genial. hast du dich bisher eine minute deines lebens mit adam green befasst?? ich meine nein. und verstanden hast du ihn auch nicht! wahrscheinlich sitzt du gerad bei na cola im stillen kämmerlein und verstehst die welt noch weniger als zuvor. ich jedenfalls hab mir in der halle für 19 € drei hhavana cola eingeknallt, hatte viereinhalb stunden coole musik und einen riesigen adam green zu gesicht bekommen! geschenke gabs übrigens auch noch. noch mehr kommerz, geil! glücklicher weise fühltest du dich von mr. green, dessen kunst du nicht verstehst und der kommerzflut von coca cola, so erdrückt, dass du schnell wieder abgehauen bist...dein fluchtweg hat dich ja auch nur 19 nciht kommerzielle euro gekostet. schreib doch einfach über themen, von denen du etwas verstehst! greetz, tim..

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